Dienstag, 01. Mai 2012, 09.00 Uhr
Die Beziehung zwischen Deutschen und Italienern ist bekanntlich nicht immer einfach. Während die klischeehaft pedantischen Teutonen immer alles möglichst perfekt machen wollen, schwärmen die Italiener für Leidenschaft und bella figura. Es ist kein Zufall, dass das bessere Design meist südlich der Alpen entsteht, die bessere Technik aber nördlich davon.
Trotz aller Differenzen gibt es immer wieder gegenseitige Bewunderung. Das zeigt sich beispielhaft an den beiden Automarken Volkswagen und Alfa Romeo. Die eine fährt mit wenig aufregenden, aber soliden Autos derzeit von einem Rekord zum nächsten, die andere baut Autos, die zwar atemberaubend schön, aber leider oft wenig zuverlässig sind. Das perfekte Fahrzeug wäre also eine Kombination aus italienischem Design und deutscher Technik. Diese Meinung vertreten viele Autofans: Zum Beispiel die Alfa-Mitarbeiter, die im Dezember 2010 für einen Wechsel ihrer Marke zum VW-Konzern demonstrierten. Salvatore Carotenutot, Betriebsrat der italienischen Motorradmarke Ducati, kommentierte deren Übernahme durch Audi mit den Worten "Ich wäre deutlich besorgter, wenn uns Fiat-Chef Marchionne gekauft hätte."
Auch auf deutscher Seite ist man von der Verbindung zwischen deutschen und italienischen Stärken angetan: "Wir lieben alles, was rot ist", sagte VW-Chef Martin Winterkorn vor Kurzem. Das war zwar auf Ducati gemünzt, gilt aber ebenso für Alfa. Auch der mächtige VW-Lenker Ferdinand Piëch ist Alfa sehr zugetan. Es ist bekannt, dass er die Marke gern unter seinem Dach sehen würde, allein: "Denen geht's noch zu gut", sagte er, als er auf der VW-Hauptversammlung auf das Thema angesprochen wurde. Aber wenn man bedenkt, dass er 33 Jahre auf die Übernahme von Ducati hingearbeitet hat, dann weiß man: Dieser Mann denkt langfristig. Man darf gespannt sein, ob die Träume von zahlreichen Autofahrern, die leidenschaftliches Design und perfekte Technik gern in einem Auto genießen möchten, doch noch in Erfüllung gehen.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Der Zulieferer Mahle übernimmt die Mehrheit am Klimaanlagenspezialisten Behr. Dies teilte Mahle am Donnerstag mit.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
Auf der BMW-Hauptversammlung sprach sich Vorstandschef Norbert Reithofer gegen die neuesten CO2-Forderungen der EU aus. Er forderte von der Politik "verlässliche Rahmenbedingungen". Die neueste Forderung von 68 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer für 2050 sei "politisches Wunschkonzert" und habe "mit technischer Analyse oder Machbarkeit nichts, aber auch gar nichts, zu tun".
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.