Die Marke Opel gehört zweifellos zu Deutschlands stärksten Automarken. Dafür spricht der Marktanteil zwischen sieben und acht Prozent. Nach einer nicht enden wollenden Kette schlechter Nachrichten und mit einer Muttergesellschaft gestraft, die offenbar die eigene Tochter umbringen will, wäre manch andere Marke mit glorreicher Vergangenheit schon untergegangen.
Absatzzahlen der japanischen Hersteller Toyota, Nissan, Honda, Suzuki, Mazda, Mitsubishi, Daihatsu und Subaru in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2012 sowie im ersten Quartal 2013
Opel gehört zweifellos zu den stärksten Automarken. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Rüsselsheimer in Deutschland noch immer zwischen sieben und acht Prozent Marktanteil haben. Nach einer nicht enden wollenden Kette schlechter Nachrichten und mit einer Muttergesellschaft gestraft, die offenbar die eigene Tochter umbringen will, wäre manch andere Marke mit glorreicher Vergangenheit schon untergegangen. So gesehen ist es durchaus ein Achtungserfolg, dass Opel in Deutschland noch immer doppelt so viele Autos verkauft wie Hyundai, auch wenn es nur ein Drittel des Absatzes von VW ist. Dabei muss man sich schon fragen, wie weit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke und seine Aufseher von General Motors den Stresstest noch treiben wollen. Derzeit müssen die fünf Millionen Opel-Fahrer wieder von Einsparprogrammen und drohenden Werksschließungen lesen. Zum wievielten Mal eigentlich? Das Management versichert dazu, Opel nun endgültig richtig aufzustellen. Auch das haben wir schon x‑fach gehört. Opel spare immer nur den sinkenden Marktanteilen hinterher, kritisiert zu Recht die IG Metall. Wie es besser geht, zeigt das Beispiel Volkswagen. In Wolfsburg standen vor 20 Jahren ebenfalls Zehntausende vor der Entlassung. Doch statt Hunderte Millionen Euro in Abfindungsprogrammen zu versenken, investierte VW lieber in neue Produkte. Heute beschäftigt der Konzern mehr Mitarbeiter denn je. Aktuell bangen 3200 Opelaner in Bochum um ihre Jobs. Ihnen dürfte klar sein, dass ihr Werk keine Zukunft hat. Spätestens mit Auslaufen der Standortsicherung 2014 wird Bochum dichtgemacht. Das Werk, das einstmals 25.000 Beschäftigten und ihren Familien Lohn und Brot gab, hat ohnehin nur noch einen Bruchteil seiner einstigen Größe. Auch die Opel- Händler, noch treuer als ihre Kunden, rollen ob solcher Aussichten nur noch mit den Augen. Sie stellen Autos von Hyundai oder Ford in ihre für den Marktanteil von sieben Prozent viel zu groß gewordenen Schauräume. Andere machen in Sarkasmus. "Warum auch nicht", kommentierte ein großer Opel- Händler den Stellenabbau im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum, "bei Motoren und Getrieben hat Opel ja auch zehn Jahre Vorsprung." Manchmal hilft nur noch Humor.
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