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General Motors ist auf dem besten Wege, Opel zu ruinieren. Die Marke, die früher einmal der größte Autohersteller Deutschlands und später immerhin noch ernsthafter Wettbewerber von VW und Ford war, bekommt immer größere Probleme. Nachdem das Vertrauen der Kunden durch Qualitätsmängel in den 90er Jahren verloren ging, baut die Marke inzwischen zwar wieder ordentliche Autos, hat aber immer noch massive Imageprobleme. Weder von Konkurrenten noch von Kunden wird die Marke inzwischen noch als ernsthafter Wettbewerber von VW und Ford wahrgenommen.

Hinzu kommt der Gegenwind aus Detroit. Die Amerikaner werden zunehmend ungeduldig und fordern eine schnelle Rückkehr in die Gewinnzone. Dennoch verweigern sie ihrem Tochterunternehmen die Expansion in die Schwellenländer, in denen andere Hersteller derzeit zweistellig wachsen. Dass Opel das Ziel, 2011 eine schwarze Null zu schreiben, verfehlt hat, hat die Konzernchefs in Detroit massiv verärgert. Zahlreiche Manager wurden mittlerweile aus den USA nach Deutschland entsandt, die Marke soll sparen, Werksschließungen sind nicht mehr ausgeschlossen. Besonders die Standorte in Bochum und Ellesmere Port in Großbritannien gelten als gefährdet. Das steigert das Vertrauen der potenzielle Kunden nicht gerade. Der Absatz von Opel in Europa ist in den ersten beiden Monaten 2012 um 20 Prozent eingebrochen.

Opel-Chef Stracke will betriebsbedingte Kündigungen wie vertraglich vereinbart bis 2014 verhindern. Doch ihm bleibt nicht mehr viel Zeit, die Marke wieder profitabel zu machen. Die Amerikaner verlieren zunehmend die Geduld. Am Wochenende wurde bekannt, dass in Zukunft keine Modelle mehr speziell für einzelne Märkte wie Europa produziert werden sollen. Das lässt für Opel Schlimmes befürchten: Auf diese Weise hat GM schon Saab zugrunde gerichtet.

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