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Die verdeckten Hits der Genfer Automesse

Toyota GT86 Tiefgelegter Boxermotor, Hinterradantrieb, bezahlbar: der GT86 knnte der Prius-Marke die dringend bentigte Emotionalitt zurckgeben.
(Foto: Toyota)
Autor:
Michael Knauer
mknauer@craincom.de
Samstag, 17. Mrz 2012, 11.02 Uhr
Die Genfer Automesse ist nach Einschtzung so mancher Autojournalisten "fest in deutscher Hand." Diese Einschtzung hngt vom Blickwinkel ab - fr den Autor dieser Zeilen hat aber nicht der x-te Aufguss des Audi-Singleframe in Gestalt des neuen A3 und auch nicht der erwartungsgem emotionslose Passat CC das Zeug zum Messestar. Fr deutlich mehr Aufmerksamkeit sorgen jedenfalls der Toyota GT86 und die seriennahe Studie Nissan Invitation.

Genf. Die Genfer Automesse ist nach den Publikumstagen vorber, jeder konnte sich nun selbst vor Ort ein Bild machen. "Genf fest in deutscher Hand" titelte danach so mancher deutsche Autojournalist. Da verwechselten die Autoren aber offenbar den unbestreitbaren wirtschaftlichen Erfolg der deutschen Hersteller mit den Kriterien Innovation, berraschung und Zukunftstrchtigkeit. In diesen Punkten haben in Genf nach meinem Eindruck andere Hersteller eindeutig die spannenderen Anstze gezeigt.

Fairerweise muss man davon aber die neue A-Klasse von Mercedes herausnehmen. Daimler wagt endlich einmal einen Neustart in einem Segment. Man muss der A-Klasse nun auch den notwendigen Erfolg im Handel wnschen, sonst sehen sich all diejenigen Marketingprofis besttigt, die lieber auf die achtunzwanzigste Version ihres alten Block Busters setzen als auf neue Konzepte.

Eine ganz tiefe Verneigung hat Akio Toyoda verdient. Mit dem in Genf im Serientrimm gezeigten Toyota GT86, der in vielen Punkten baugleich ist mit dem neuen Subaru BRZ, knnten es die Japaner schaffen, endlich wieder an ihre groen Erfolge im Sportsegment anzuknpfen und der arg grn gewordenen Marke die berlebensnotwendige Infusion namens Emotion einzuhauchen.

Der GT86 mit tiefliegendem Boxermotor von Subaru und Heckantrieb erinnert zumindest auf dem Papier perfekt an die bezahlbaren Sportler aus den 80er Jahren. Er hat eine vernnftige, aber nicht verrckte Leistung von 200 PS, wurde modernisiert, aber kommt ohne teuren High-tech-Schnickschnack aus und ist auch bei heutigen Spritpreisen fahrbar. In einer hnlichen Nische ist auch die Studie Honda NSX angesiedelt. Fazit: Sportwagen aus Japan sind wieder da. Hoffentlich ist es nicht zu spt.

Nissan Invitation und Kia Trackster - Achtung Golf und Mini!

Eine besondere Betrachtung verdient auch der Nissan Invitation Concept, die recht seriennahe Version eines kommenden Kompaktmodells von Nissan. Der Invitation steht zwar auf der kleinen Micra-Plattform der Japaner, doch er ist deutlich ber vier Meter lang und zeigt, was heutzutage aus vorhandenen Plattformen geschnitzt werden kann. Vor allem versucht der Invitation nicht, die uneinnehmbare Golf-Festung zu strmen. Er geht vielmehr einen anderen Weg, ist zwischen B- und C-Segment angesiedelt (Downsizing kommt auch in der Golfklasse), hat eher Hochdach-Charakter (hoch sitzen wollen sie alle), ohne aber als langweiliger Kompaktvan gelten zu mssen. Nissan hat mit dem Invitation die Zeichen der Zeit erkannt und zwar spt, aber wohl nicht zu spt das riesige Loch in seinem Portfolio gefllt, dass bislang zwischen dem Juke und dem Quashqai klafft.

Lange stehengeblieben bin ich auch neben dem Kia Trackster - eine Crossover-Studie auf Basis des Soul. Das Konzeptauto ist natrlich bertrieben flach, extra-breit, und extra-poppig bemalt - aber er hat das Zeug, zum besseren Mini zu werden. Denn die BMW-Strategen quetschen das Mini-Image inzwischen derart aus, dass es einem die Trnen in die Augen treibt - zu sehen etwa am Mini Clubvan (bitte genau lesen: nicht Clubman, den gibt es schon eine Weile...). Wre da nicht bei der Konkurrenz die ghnende Leere beim Kult-Faktor, Mini msste sich allergrte Sorgen machen.

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