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Allianzen - ein Allheilmittel?

Autor:
Stefan Wimmelbcker
swimmelbuecker@craincom.de
Der gelernte Journalist begann seine Karriere beim Fachmagazin Auto Zeitung, wo er sein Interesse an Autos mit dem Spa am Schreiben verbinden konnte. Seit 2010 arbeitet er als Online-Redakteur fr die Automobilwoche.
Mittwoch, 29. Februar 2012, 09.09 Uhr

Niemand kann bestreiten, dass der Volkswagen-Konzern mit seiner Mehrmarken-Strategie derzeit glnzend unterwegs ist. Obwohl es teilweise Streit gibt, weil eine Marke im Revier der anderen wildert und obwohl neue Marken wie MAN und Porsche nicht ganz so schnell und reibungslos integriert werden knnen, wie Vorstand und Aufsichtsrat es sich wnschen - grundstzlich ist der Wolfsburger Konzern ein Erfolgsmodell.

Ganz anders lief es bei der "Hochzeit im Himmel", der Konzern-Ehe zwischen Daimler und Chrysler. Mit groen Hoffnungen gingen beide Unternehmen den Zusammenschluss an, aber das Ergebnis war bekanntermaen negativ.

Derzeit verhandeln angeblich General Motors und PSA ber eine Allianz, auch Fiat-Chef Sergio Marchionne ist aktiv auf der Suche nach einem weiteren Partner. Whrend jedoch im VW-Konzern angeschlagene Marken wie Skoda durch moderne Technik aufgepppelt und in den ersten Jahren auch finanziell subventioniert wurden, sieht das bei der Konkurrenz anders aus. Bei Fiat und Chrysler knnte das "Wolfsburger Modell" funktionieren: Die Italiener untersttzen die Amerikaner mit moderner Technik, beispielsweise mit Multiair-Motoren oder auch mit ganzen Plattformen (der Dodge Dart basiert auf der Alfa Romeo Giulietta). Im Gegenzug verkaufte Chrysler auf dem Heimatmarkt so viele Autos, dass Fiat trotz der Verluste auf dem europischen Mark ein positives Ergebnis fr das vergangene Jahr melden konnte. Ob die Zusammenarbeit langfristig funktioniert, muss sich jedoch erst noch erweisen: Auch unter Daimler-Regie galt Chrysler kurzzeitig als saniert - doch der Absturz war spter umso tiefer.

Die Aussichten einer mglichen Allianz oder Kooperation zwischen General Motors und Chrysler bewerten nahezu alle Experten skeptisch: Beide Hersteller haben Probleme auf dem europischen Markt, GM mit seiner Tochtermarke Opel und dessen britischer Tochter Vauxhall und Fiat mit seiner Kernmarke. Beide kmpfen auf dem gleichen, schrumpfenden europischen Markt um Marktanteile. Beide sind vor allem im Kleinwagen- und Kompaktsegment stark. Abgesehen vom Opel Ampera und dem Peugeot Diesel-Hybrid gibt es auch keinen technologischen Vorsprung, den die beiden sich teilen knnten. Mgliche gemeinsame Entwicklungen und Produktionen knnten zwar Kosten einsparen, aber so etwas dauert Jahre. Beide Hersteller haben aber jetzt akute Probleme: Fiat bricht aufgrund der Wirtschaftskrise in Sdeuropa der Absatz weg, Opel wird von Detroit aus unter Druck gesetzt, endlich profitabel zu werden. Zwei problembeladene Hersteller sind keine gute Basis fr eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

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