Im Zusammenhang mit Europa, Nordamerika und etwa Japan sprechen viele von „gesättigten Märkten“. das klingt nach bequemer Selbstzufriedenheit und Stagnation, als brauche man sich hier nicht mehr anzustrengen, die ohnehin übersättigte Kundschaft zu gewinnen. Denn hier sei, im Gegensatz zu den „Emerging Markets“ China, Russland, Südamerika, Indien und Südostasien, kein Wachstum mehr zu erwarten. Das stimmt so jedoch nicht.
Weltweiter Absatz des Konzerns Hyundai-Kia in den Jahren 2008 bis 2013 (letztes Jahr prognostiziert)
Das Wort von den „gesättigten Märkten" macht seit Langem die Runde. Gemeint sind damit vor allem Europa, Nordamerika und Japan, die alte Triade. Gesättigte Märkte, das klingt nach bequemer Selbstzufriedenheit und Stagnation, als brauche man sich hier nicht mehr anzustrengen, die ohnehin übersättigte Kundschaft zu gewinnen. Denn hier sei, im Gegensatz zu den „Emerging Markets" China, Russland, Südamerika, Indien und Südostasien, kein Wachstum mehr zu erwarten. Wie jedoch ein Blick in die Zulassungszahlen Westeuropas zeigt, haben manche Autohersteller auch in gesättigten Märkten hohe Wachstumsraten erzielt, so Hyundai, Kia, Volvo und Volkswagen. In China den Absatz zu steigern, ist nicht sonderlich schwer, in Westeuropa durchaus. Hier führt der Weg zu mehr Wachstum über Technologie, Qualität und eine gute Preis- und Marken-Positionierung. Offenbar haben die französischen und italienischen Hersteller diesen Wettbewerb aufgegeben und konzentrieren sich auf Märkte, wo die Früchte niedriger hängen als in Westeuropa. Renault ist dabei vor allem in Osteuropa und Russland erfolgreich, wo das Unternehmen mit seinem Allianzpartner Nissan im vergangenen Jahr zweieinhalbmal so viele Autos produziert hat wie der nächstgrößte Wettbewerber GM. Gleichzeitig haben die Franzosen in Westeuropa 7,7 Prozent Absatz verloren. Fiat zeigte sich mit seiner Chrysler-Beteiligung in Nord- und Südamerika erfolgreich, verlor aber in Westeuropa fast zwölf Prozent Absatz. Dabei ist die Abkehr von Westeuropa für den Ertrag noch schlechter als für den Absatz. Hier wird pro Auto ein Drittel mehr Umsatz erzielt als in den Emerging Markets. Die Deutschen geben im Durchschnitt sogar doppelt so viel für einen Neuwagen aus wie die Kunden in den aufstrebenden Märkten. In diesen Ländern werden zwar 2012 erstmals mehr Fahrzeuge gebaut als in den etablierten Industrienationen, sagt die Unternehmensberatung PwC voraus. Bis dort aber auch mehr Umsatz mit Neuwagen generiert wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Es lohnt sich also durchaus, um die Kunden in Westeuropa zu kämpfen. Ähnliches gilt für die USA. Dort werden jedes Jahr 14 Millionen Autos verschrottet. Man denke nur an den Ersatzbedarf, der sich daraus ergibt.
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