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Wulffs Bobby-Car-Affre

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greinking@craincom.de
Guido Reinking ist seit 2006 Chefredakteur der Automobilwoche. Der Diplom-Politologe und Volkswirt arbeitete zuvor bei „Bild am Sonntag“, „Welt am Sonntag“ und der „Financial Times Deutschland“. Auch sein Hobby hat mit Autos zu tun: Oldtimer.

Vergangenes Jahr hatte die Automobilwoche Bundesprsident Christian Wulff als Erffnungsredner zum Kongress nach Berlin eingeladen. Dafr htte er als Dankeschn eine gute Flasche Rotwein bekommen. Sein Glck, dass er aus Termingrnden absagen musste. Sonst htte er jetzt noch mehr rger am Hals.
Nun also ein Bobby-Car: Die Affre Wulff ist im Kinderzimmer angekommen. Wie kleinkariert kann diese Republik eigentlich noch werden? Um es gleich vorweg zu sagen: Ich hielt und halte Christian Wulff nicht fr eine gute Wahl als Bundesprsident. Der ehemalige niederschsische Ministerprsident ist als VW-Aufsichtsrat dem Vernehmen nach nicht durch ein berma an Sachkenntnis und Engagement aufgefallen. In den beiden groen Krisen, die er im VW-Aufsichtsrat zu bestehen hatte, dem Putschversuch des damaligen VW-Vorstandschefs Bernd Pischetsrieder gegen Aufsichtsratschef Ferdinand Piech und der gescheiterten bernahme durch Porsche, schlug sich Wulff mal auf die eine, mal auf die andere Seite. Besonderes Rckgrat oder gar eine eigene Meinung konnten die anderen Aufsichtsratsmitglieder bei ihm nicht entdecken.

Doch um die Performance eines Aufsichtsrats oder Politikers geht es hier ja nicht. Es geht um Skandale und Skandlchen. Schade, dass in Deutschland Politiker nicht an ihren Leistungen fr das Land, sondern an dem gemessen werden, was sie auerhalb ihres Berufes tun oder sagen. Die jetzt erhobenen Vorwrfe, vom Hauskredit eines Freundes bis hin zum geschenkten Bobby-Car des Audi-Zentrums Berlin, sind fr mich hnlich kleinkarierte bertreibungen wie die Compliance-Regeln von Daimler. Dort kann man einem Mitarbeiter keine Flasche Wein mehr schicken, ohne dass dieser Angst vor der internen CIA des Unternehmens haben muss, dem Business Practices Office. Das Unternehmen scheint dadurch teilweise wie gelhmt. Das drfte auch der Politik blhen: Ein schlechtes oder gar kein Verhltnis zu Unternehmern zu haben gehrt fr Politiker knftig zum medienberwachten Verhaltenskodex. Wird das Land dadurch besser regiert? Bestimmt nicht.

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