Im deutschen Auto- und Teilehandel ist das Echo auf die geplante neue Förderung von Dieselfiltern positiv. Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) und der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) begrüßen die Entscheidung der Koalition, in den kommenden beiden Jahren jeweils 30 Millionen Euro für Barzuschüsse bereitzustellen. Wie viele Fahrzeuge überhaupt noch für eine Umrüstung infrage kommen, ist allerdings unklar.
Dienstag, 15. November 2011, 09.42 Uhr
München. Im deutschen Auto- und Teilehandel stößt die geplante neue Förderung von Dieselfiltern auf positives Echo. Das Deutsche Kfz-Gewerbe (ZDK) und der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) begrüßen die Entscheidung der Koalition, im kommenden Jahr und 2013 jeweils 30 Millionen Euro in die Förderung der Nachrüstung von Diesel-Pkw und leichten Diesel-Nutzfahrzeugen zu stecken. "Jede Investition in den Umweltschutz ist sinnvoll, und insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Mittel in 2010 nicht voll ausgeschöpft wurden, halten wir das Volumen für angemessen", erklärte ein Sprecher des ZDK.
Für 2012 hat der Haushaltsausschuss des Bundestags 30 Millionen Euro Förderung beschlossen, für das Jahr 2013 hat man sich auf die Weiterführung des Zuschusses mit abermals 30 Millionen Euro geeinigt. Dies teilte das Büro des CDU-Bundestagsabgeordneten Bernhard Schulte-Drüggelte, der im zuständigen Haushaltsausschuss sitzt, am Montag auf Anfrage mit.
Nachrüstpotential unklar
Während im kommenden Jahr 330 Euro Barzuschuss zum Einbau eines Nachrüstfilters gezahlt werden, will man den Zuschuss im Jahr 2013 auf 260 Euro herunterfahren. Davon sollen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit Dieselmotor profitieren. Gefördert werden könnten also gut 200.000 Umrüstungen. Wie viele Fahrzeuge überhaupt noch für eine Umrüstung in Frage kommen, ist allerdings unklar.
"Das Potential an nachrüstwürdigen und -fähigen Fahrzeugen ist sicher gegenüber dem vorherigen Förderzeitraum deutlich kleiner geworden", sagte GVA-Präsident Hartmut Röhl der Automobilwoche. Der ZDK teilt auf Basis von Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) mit, dass theoretisch rund 11,3 Millionen Pkw und Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen mit Filtern nachgerüstet werden könnten. Beschränkt man die Auswahl auf jene Fahrzeuge, denen ein Fahrverbot in Umweltzonen droht, wären es demnach noch 4,2 Millionen Fahrzeuge. Bei diesen Zahlen lässt sich allerdings nicht klären, ob die potenziellen Fahrzeuge bereits nachgerüstet worden sind.
Neue Nachrüstsysteme nur bei ausreichender Nachfrage
Der ADAC appelliert an Fahrer älterer Diesel-Pkw, das staatliche Anreizprogramm zu nutzen und mit einer Nachrüstung den Partikelausstoß ihrer Fahrzeuge zu senken. So können sie für ihre Autos die Umweltzonen-Plakette einer besseren Schadstoffgruppe erhalten. Der Autofahrer-Club wies jedoch daraufhin, dass viele Diesel-Pkw-Modelle aus technischen Gründen nicht nachgerüstet werden könnten und fordert die Filterhersteller auf, das Angebot auszuweiten.
Die Teileindustrie will dabei zwar auf die Kundenwünsche eingehen, aus wirtschaftlichen Gründen aber nicht für jedes Modell am Markt auch Nachrüstsysteme entwickeln. "Als Händler wollen wir zwar am liebsten jede Nachfrage erfüllen, dies muss aber ökonomisch auch Sinn machen", sagt GVA-Präsident Röhl. Die Teileindustrie werde "für alle Modelle, deren Marktvolumen ein Geschäft verspricht, also ausreicht um die Entwicklungskosten, die Kosten der Typprüfung, die Herstellungs– und Vertriebskosten zu decken und einen Gewinn ermöglicht, auch ein Angebot bereitstellen", sagte der Verbandschef. (Foto: HJS)
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