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Klartext - Der neue Platz in der Weltordnung
Russland als Riesenmarkt: Bis 2015 dürfte sich die Automobilproduktion gegenüber 2007 verdoppelt haben.
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 14. November 2011, 00.03 Uhr
Dank der kompetenten Redner und spannenden Diskussionsbeiträge war der fünfte Automobilwoche Kongress in Berlin auch für das Team der Automobilwoche eine facettenreiche Lehr- und Sternstunde. Deutschlands Automobilhersteller, Zulieferer und Händler suchen ihre Plätze in der neuen Weltordnung der Automobilindustrie. Für die Hersteller ist das noch relativ leicht: Solange die Kunden in den neuen, aufstrebenden Märkten in China, Südamerika, Indien und Osteuropa bereit sind, für Hochtechnologie und Premium "Made in Germany“ tief in die Tasche zu greifen, muss einem um sie nicht bang sein.

Hintergrunddaten zum Thema:
11/2013
VW hat in Deutschland im ersten Quartal 2013 von allen Autoherstellern am meisten für Werbung ausgegeben.

11/2013
Die Rangliste der in Deutschland verbrauchten Biokraftstoffe führt seit Jahren mit deutlichem Abstand Biodiesel an.

10/2013
Absatzzahlen der japanischen Hersteller Toyota, Nissan, Honda, Suzuki, Mazda, Mitsubishi, Daihatsu und Subaru in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2012 sowie im ersten Quartal 2013

München. Der fünfte Automobilwoche Kongress in Berlin war dank der kompetenten Redner und spannenden Diskussionsbeiträge auch für das Team der Automobilwoche eine facettenreiche Lehr- und Sternstunde. Deutschlands Automobilhersteller, Zulieferer und Händler suchen ihre Plätze in der neuen Weltordnung der Automobilindustrie. Für die Hersteller ist das noch relativ leicht: Solange die Kunden in den neuen, aufstrebenden Märkten in China, Südamerika, Indien und Osteuropa bereit sind, für Hochtechnologie und Premium "Made in Germany" tief in die Tasche zu greifen, muss einem um sie nicht bang sein. Eher schon um die hiesigen Arbeitsplätze in den Montagewerken. Der Trend, dass die Produktion den Märkten folgen muss, ist unumkehrbar. Da helfen auch Freihandelsabkommen, die Zollschranken für die deutsche Export-Industrie abbauen, eher wenig. Im Gegenteil: Sie nutzen Billig-Standorten. Ein Arbeiter in Osteuropa verdient nun mal nur ein Fünftel von dem, was sein deutscher Kollege bekommt. Die Werke an Rhein, Main und Mittellandkanal müssen zumindest um so viel produktiver und qualitativ besser sein, wie sie teurer sind.
Für die Premiumhersteller gilt das noch nicht in gleichem Umfang. Sie haben wegen ihrer starken Marken noch einen Sonderstatus. Für die Zulieferindustrie ist die neue Phase der Globalisierung gleich in zwei Dimensionen eine kaum zu überschätzende Chance: Vor allem in Russland, China und Indien erwachsen ihnen neue, potente Kunden. Zudem suchen chinesische Investoren nach attraktiven Anlagemöglichkeiten und Beteiligungen. Sie erkaufen sich damit Marktzugang und Know-how. Die ersten Erfahrungen deutscher Unternehmen mit chinesischen Investoren sind dabei durchaus positiv: Anders als einige Hedgefonds kommen sie, um zu lernen und zu bleiben, nicht um zu kassieren und wieder zu verschwinden.
Der hiesige Autohandel muss sich in der neuen Weltordnung ebenfalls neu einsortieren: Die Bedeutung des deutschen Markts sinkt zwar. Andererseits bleibt dies ein Schlüssel- und Testmarkt: Wer hier die anspruchsvolle Kundschaft im Griff hat, der dürfte es überall schaffen, Autos zu verkaufen. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt der vielen Informationen, Einschätzungen und Erfahrungen, die in Berlin gewonnen werden konnten. Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst.
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