BMW, Daimler und VW wollen bis 2020 bis zu 20 Prozent der Führungspositionen mit Managerinnen besetzen. Der Vormarsch der Spitzen- Frauen ist nicht mehr aufzuhalten.
Absatzzahlen der japanischen Hersteller Toyota, Nissan, Honda, Suzuki, Mazda, Mitsubishi, Daihatsu und Subaru in Deutschland in den Jahren 2008 bis 2012 sowie im ersten Quartal 2013
München. Eine Männerbastion bröckelt. Künftig werden deutlich mehr Frauen in der Automobilindustrie arbeiten. Sie werden zahlreiche Führungsposten übernehmen, in Vorstände und Aufsichtsräte einziehen und die Zukunft der Branche entscheidend mitbestimmen. Ein Horrorszenario altgedienter Automanager oder baldige Realität? Noch liegt der Frauenanteil in der Autoindustrie insgesamt nur bei elf Prozent. Für Führungspositionen haben das Statistische Bundesamt und der Verband der Automobilindustrie erst gar keine Zahlen erhoben. Doch der Druck auf Hersteller und Zulieferer, mehr weibliches Personal einzustellen, wächst gewaltig. Ein Grund ist neben der Frage der Gleichberechtigung auch der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel. Zudem steigt das öffentliche Interesse an der Frauenförderung. Dabei ist das Thema nicht neu. Schon vor zehn Jahren hatte die deutsche Wirtschaft eine Vereinbarung zur Verbesserung der Chancengleichheit von Frauen und Männern getroffen – allerdings ohne verbindliche Zielvorgaben. Getan hat sich seither wenig. Lag der Anteil der weiblichen Führungskräfte in den Vorstandsetagen der DAX-Konzerne vor zehn Jahren bei 2,5 Prozent, sind es aktuell 3,7 Prozent. „Eine unterirdische Zahl im 21. Jahrhundert", moniert Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen. Beim Frauengipfel, der vor Kurzem in Berlin stattfand, verpflichteten sich BMW, Daimler und VW öffentlich, den Frauenanteil in Führungspositionen bis 2020 auf bis zu 20 Prozent zu erhöhen. Nicht technikgetriebene Unternehmen wie Allianz oder Commerzbank streben bereits für 2015 einen Anteil von 30 Prozent an. Ein erstes Zugeständnis. Allerdings gelten die Zielvorgaben nur für die mittlere und höhere Führungsebene und nicht für den Vorstand. Eingebunden in die Selbstverpflichtung sind auch nur die 30 DAX-Konzerne – andere Unternehmen wie Continental, Bosch oder Schaeffler müssen öffentlich keine Stellung beziehen. Untätig bleiben sie aber nicht: So sollen beispielsweise bei Continental bis 2015 16 Prozent der Führungskräfte weiblich sein. Alle Unternehmen wappnen sich, denn eine Quotenregelung droht. Zwei CDU-Politikerinnen machen den überwiegend männlichen Wirtschaftschefs gehörig Dampf. Sie wollen den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten kräftig steigern. Allerdings auf unterschiedlichen Wegen: Geht es nach von der Leyen, wären mithilfe einer gesetzlichen Quote schon 2018 30 Prozent der Gremien mit Frauen besetzt. Die Flexi-Quote von Familienministerin Kristina Schröder sieht vor, dass sich Unternehmen freiwillig eigene Zielvorgaben setzen, an denen sie gemessen werden. Egal, wann welche Quote kommt: Sie soll nicht nur für die DAX-Konzerne, sondern für alle Firmen mit mehr als 2000 Mitarbeitern gelten – und davon gibt es insgesamt 1300 in Deutschland. „Man kann einem Maschinenbauunternehmen nicht die gleichen Vorgaben machen wie einem Telekommunikationsunternehmen", verteidigt Schröder ihre Idee der Selbstverpflichtung. Die Vertreter der Autoindustrie pflichten ihr bei. Grundsätzlich wollen sie gern mehr weibliche Kräfte einstellen: „Unternehmen profitieren davon, wenn mehr Frauen an ihrer Führung beteiligt sind", versichert BMW-Personalvorstand Harald Krüger. Es fehle aber an Kandidatinnen. Woher sollen die weiblichen Top-Kräfte kommen, wenn zu wenige Frauen Ingenieurstudiengänge belegen? Ein Argument, das von der Leyen nicht gelten lässt: In den unteren Hierarchieebenen technischer Unternehmen fände sich „ein ganz ordentlicher Frauenanteil. Es gilt nur, diesen so zu fördern, dass er auch in die Chefetage vorrückt", sagt sie im Interview mit dieser Zeitung. Agierten mehr Frauen in Vorständen als Vorbilder, würden sich zudem mehr Schülerinnen für ein Ingenieurstudium entscheiden. Die Automobilwoche stellt in dieser Ausgabe 50 Top-Frauen der deutschen Autobranche vor und zeigt damit: Neben Vorreiterinnen wie Birgit Behrendt (Ford), Rita Forst (Opel) und Christine Hohmann-Dennhardt (Daimler) stehen genügend Spitzenkräfte in den Startlöchern, um in den Vorstand aufzurücken. Eine Quote könnte ihren Einzug beschleunigen. Zum Nachteil des starken Geschlechts, glaubt Daimler- Chef Dieter Zetsche: „Wohin soll ich all die Männer aussortieren? Alle zwangsweise in Rente schicken?"
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Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
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Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
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Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
An den Fließbändern des Premiumherstellers Daimler arbeiten einem Medienbericht zufolge Menschen, deren Lohn vom Staat aufgestockt werden muss. Dabei soll es sich um Leiharbeiter handeln.