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Rita Forst, Opel
Rita Forst: Nach einer Babypause bekam sie zu spüren, was das in einer Männerwelt bedeutet: noch mal ziemlich weit unten anfangen.
(Foto: Opel)
Autor:
Michael Knauer
mknauer@craincom.de
Montag, 31. Oktober 2011, 00.03 Uhr
In der männerdominierten Automobilindustrie ist Rita Forst eine Ausnahmeerscheinung. Seit Januar 2010 ist sie Entwicklungschefin von Opel und eroberte damit eine der letzten Bastionen, die jahrzehntelang ausnahmslos von Männern besetzt wurden. In dieser Position nimmt sie eine Schlüsselposition bei der Zukunftsgestaltung der Marke ein.

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In der männerdominierten Automobilindustrie ist Rita Forst eine Ausnahmeerscheinung. Seit Januar 2010 ist sie Entwicklungschefin von Opel und eroberte damit eine der letzten Bastionen, die jahrzehntelang ausnahmslos von Männern besetzt wurden. In dieser Position nimmt sie eine Schlüsselposition bei der Zukunftsgestaltung der Marke ein. Wer nun erwartet, auf eine kühle Herrscherin über 6000 Ingenieuren zu treffen, wird angenehm enttäuscht. Nicht nur der Autor dieser Zeilen kennt Forst als herzlichen Gesprächspartner, der zuhören kann und keine Arroganz nötig hat, um sich Respekt zu verschaffen. Im Internationalen Technischen Entwicklungszentrum (ITEZ) von Opel in Rüsselsheim begnügt sich Forst mit einem Standardbüro, in dem keine verchromten Automodelle stehen, sondern Familienfotos und eine Kokosnuss.
Die "harte Nuss" hat ihr ein früherer Vorgesetzter geschenkt, als sie die Leitung der Dieselmotorenentwicklung antrat. Die 56-jährige Maschinenbau- Ingenieurin muss heute niemandem mehr beweisen, dass sie harte Nüsse knacken kann. "Ich habe Karriere gemacht, weil ich gut bin, und nicht, weil ich eine Frau bin", stellt sie knapp fest. Die Frage nach ihrer Meinung zu einer Frauenquote erübrigt sich damit. Schon als Kind kam für Rita Forst, die auf einem Bauernhof im Taunus aufwuchs, nichts anderes infrage als ein Beruf rund um Motoren und Autos. Bei ihrem Studium der Energie- und Wärmetechnik in Darmstadt war sie eine Exotin – rundum nur Männer. 1977 schloss sie mit 22 Jahren ihr Studium ab und stieg bei Opel ein. Vier Jahre später war sie Projektingenieurin und leitete verschiedene Motorenentwicklungen.
Im Alter von 29 Jahren durfte sie als erste Frau aus Europa an einem Weiterbildungsprogramm von General Motors im GM-Entwicklungszentrum in Flint teilnehmen. "Viele haben damals gesagt, die Zeit sei noch nicht reif für eine Frau", erinnert sie sich. Wenig später bekommt sie zwei Söhne – und wird nach kurzer Babypause schmerzhaft daran erinnert, in einer von Männern dominierten Welt zu arbeiten: "Ich musste mich dann zuerst um eine defekte Wasserpumpe kümmern. Das war nicht gerade prickelnd." Forst war maßgeblich an der Entwicklung des Drei-Wege-Katalysators und der Vierventil-Technik bei Opel beteiligt. In Turin war sie federführend beim Aufbau des dortigen Dieselmotoren-Entwicklungszentrums von GM und leitete die Entwicklung der Ecotec- Baureihen und neuer Sechsgang- Schaltgetriebe.
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