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Zurückgezogene Erbin und weitblickende Unternehmerin
Autor:
Stefan Wimmelbücker
swimmelbuecker@craincom.de
Montag, 31. Oktober 2011, 00.03 Uhr
Susanne Hanna Ursula Klatten, geborene Quandt, ist nach der aktuellen Forbes-Liste die reichste Frau Deutschlands. Allein in den letzten zwölf Monaten hat sie ihr Vermögen um rund eine Milliarde Euro vermehrt. Erste Berufserfahrung sammelte die Tochter des Industriellen Herbert Quandt 1981 bis 1983 bei einer Ausbildung zur Werbekauffrau.

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Susanne Hanna Ursula Klatten, geborene Quandt, ist nach der aktuellen Forbes-Liste die reichste Frau Deutschlands. Allein in den letzten zwölf Monaten hat sie ihr Vermögen um rund eine Milliarde Euro vermehrt. Erste Berufserfahrung sammelte die Tochter des Industriellen Herbert Quandt 1981 bis 1983 bei einer Ausbildung zur Werbekauffrau. Danach studierte sie in England Betriebswirtschaftslehre. Nach dem Tod ihres Vaters 1982 trat sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Bruder das Erbe an, das vor allem aus BMW-Anteilen bestand. Gemeinsam besitzen die drei Quandts 46,6 Prozent des Autobauers. Außerdem erbte sie Anteile an dem Chemiekonzern Altana, der ihr mittlerweile zu 100 Prozent gehört.
Der dunklen Seite ihres Erbes stellte sie sich erst 2007, als die Familie auf Druck der Öffentlichkeit einen Historiker mit der Aufarbeitung der Geschichte der Quandts während des „Dritten Reiches" beauftragte. Mit dem erschütternden Ergebnis, dass Klattens Vater und Großvater Zwangsarbeiter beschäftigten und von der Enteignung jüdischer Konkurrenten profitierten. Während eines Praktikums im BMW-Werk Regensburg, wo sie unter dem Pseudonym Susanne Kant arbeitete, lernte sie den Ingenieur Jan Klatten kennen, den sie 1990 heiratete. Das Paar lebt mit seinen drei Kindern in München. Susanne Klatten meidet die Öffentlichkeit und führt trotz ihres Reichtums kein Jetset-Leben.
In den Aufsichtsräten von BMW und Altana meldet sie sich nur selten zu Wort. Dabei trifft sie durchaus weitreichende Entscheidungen, aber eben hinter den Kulissen. Im Jahr 2009 investierte sie über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion in den Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon, der den wichtigen Rohstoff für Leichtbaukarosserien liefert. Als Volkswagen im Februar 2011 nachzog und ebenfalls Aktien von SGL erwarb, konterte sie innerhalb weniger Tage und sicherte sich die Sperrminorität. Vor wenigen Jahren tauchte Klatten kurz in der Öffentlichkeit auf, als sie einen Erpresser anzeigte. Der Mann wurde zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Seit dieser Affäre lebt die Milliardärin noch zurückgezogener als bisher.
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