Spezial Autohandel in Deutschland 2012
Immer wieder Ärger ums Geld
Die aktuelle IFA-Studie zu Margen- und Bonussystemen zeigt, dass die Hersteller über qualitative Boni den stationären Handel stärken und das Internetgeschäft unattraktiv machen wollen.
München. Fahrerassistenzsysteme sind noch immer Ladenhüter, obwohl sie Leben retten können. Regelmäßig kommen der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der Deutsche Verkehrsexpertentag zum selben Fazit: Statt für zusätzliche Sicherheit entscheiden sich Neuwagenkäufer für mehr Komfort. Die Experten fordern deshalb die serienmäßige Ausstattung mit Sicherheitssystemen wie der Fahrdynamikregelung ESP, die ab November 2011 EU-weit in allen neuen Automodellen installiert sein muss. Doch die meisten Assistenzsysteme sind davon weit entfernt, Käufer müssen auf anderem Wege gelockt werden. In der Schweiz etwa bietet die AXA Fahranfängern 15 Prozent Rabatt bei der KfZ-Versicherung, wenn ihr Auto einen Crash-Recorder hat. In Deutschland bieten Versicherungen ähnliche Vorteile. Damit lassen sich nicht nur Unfälle vermeiden, sondern auch besser ausgestattete Autos verkaufen.
Fünf bis 15 Prozent Einsparung pro Jahr möglich Meist sind es daher die Versicherungen der Hersteller, die Rabatte für Sicherheitssysteme gewähren. Die Banken von VW, Audi und Mercedes bieten dies schon seit Jahren für Nutzfahrzeugflotten an. Für neue Pkw-Modelle wurden die Rabatte zunächst in zeitlich begrenzten Aktionen angeboten, nun sind sie dauerhaft buchbar. So erhält ein Kunde etwa Rabatt auf Vollkasko- und Haftpflichtversicherung, wenn er sich für Fahrassistenzsysteme wie Totwinkel- und Spurhalteassistent oder Abstandsregler entscheidet. Fünf bis 15 Prozent Einsparung pro Jahr sind damit möglich. "Der Vorteil für den Kunden ist, dass er etwas spart und der für Mercedes, dass höherwertige Fahrzeuge verkauft und Versicherungskunden langfristig gewonnen werden", sagt ein Sprecher der Mercedes-Benz-Bank. Bei VW Financial Services heißt es, die enge Kooperation mit dem Hersteller mache es leichter, die passende Versicherung anzubieten. Im Vergleich zu herkömmlichen Versicherungen sind die Rabatte ein Wettbewerbsvorteil, weil Assekuranzen wie Allianz und HUK Coburg auf diese Angebote verzichten
Herstellerbanken arbeiten mit Versicherungen zusammen Doch nicht die Herstellerbanken selbst bieten die Versicherung an, sondern sie greifen auf Partner zurück. Bei Mercedes steht hinter der Versicherung die HDI Gerling, bei Volkswagen und Audi ist es die Allianz. Beim neuen Kleinwagen Up gehen VW und Allianz dennoch einen anderen Weg: Sie bieten ein Fairpay-Paket, das für Fahrer ab 23 Jahre monatlich 9,90 Euro kostet. Bei Stückpreissystemen wie Fairpay seien keine Rabatte für Sicherheitsausstattung wie das Up-Notbremssystem vorgesehen. Dafür gebe es bei 9,90 Euro monatlich keinen Spielraum, erklärt ein Sprecher von VW Financial Services. Interessanterweise bietet die Allianz ihren eigenen Kunden keine Rabatte beim Einbau von Fahrerassistenzsystemen an. "Die Sicherheitsausstattung wird bereits in der Typklasse honoriert", erklärt Allianz-Sprecher Christian Weishuber. "Moderne Assistenzsysteme schlagen sich deshalb signifikant im Tarif nieder." Auch andere Versicherungen, wie der Marktführer HUK Coburg, halten Sondertarife für überflüssig und verweisen auf die Tarifvorschläge des Gesamtverbands der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die nicht herstellergebundenen Versicherungen haben zwar ein großes Interesse an Kosteneinsparungen durch weniger Unfälle. Aber weitere Rabattschlachten im ohnehin hart umkämpften Versicherungsmarkt möchten sie vermeiden. Deshalb appellieren sie an die Vernunft und das Sicherheitsbedürfnis der Autofahrer und hoffen, genauso wie die Verkehrssicherheitsexperten, dass die Hersteller moderne Fahrerassistenzsysteme bald serienmäßig einbauen werden. (Foto: Volkswagen)
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Nach dem Aus für das Bochumer Opel-Werk im Jahr 2014 ringt der deutsche Autobauer mit der britischen Schwester Vauxhall um den künftigen Produktionsstandort für den Zafira Tourer. Die besten Chancen haben nach Angaben aus dem Aufsichtsrat das Stammwerk in Rüsselsheim und das britische Werk in Ellesmere Port.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
Einem Medienbericht zufolge wird der bayerische Premiumhersteller insgesamt mehr als drei Milliarden Euro in die neue Submarke BMW i investieren. Das Unternehmen will von Anfang an mit jedem Auto Geld verdienen.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
An den Fließbändern des Premiumherstellers Daimler arbeiten einem Medienbericht zufolge Menschen, deren Lohn vom Staat aufgestockt werden muss. Dabei soll es sich um Leiharbeiter handeln.