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Klartext - Sogar Apple-Käufer brauchen Händler
Autohandel: Die Handelshäuser müssen keine Angst haben.
(Foto: jed)
Autor:
Guido Reinking
greinking@craincom.de
Montag, 08. März 2010, 00.03 Uhr
Die Zahl der internetaffinen "Digital Natives“ steigt rapide. Doch bedeutet das automatisch, dass der Autokauf ins Internet wandert? Wohl kaum: Überall auf der Welt werden aufwendig gestaltete Apple-Stores eröffnet. Solange Apple-Kunden, die einen großen Teil der Arbeits- und Freizeit vor dem Computer verbringen, einen Shop brauchen, muss der Autohandel keine Angst haben.

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11/2013
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München. Kürzlich sagte mir ein bekannter Autoprofessor, er habe schon lange keinen Neuwagen mehr beim Händler gekauft. Er mache das im Internet. "Ich nehme sowieso immer einen Dreier-BMW." Und der Vorstandschef einer Internet-Gebrauchtwagen-Plattform ging noch weiter: "Ich habe noch nie eine Probefahrt gemacht." Zuletzt habe er sich einen Maserati gekauft und das nicht bereut. "Wozu also noch ein Autohaus, wenn es doch das Internet gibt?" Das sind ja wirklich schlechte Aussichten für den Autohandel, könnte man denken. Doch der Blick dieser Leute ist der von Profis, die beruflich mit dem Automobil zu tun haben. Sie können neue Modelle auf Automessen wie jüngst in Genf unter die Lupe nehmen. Statt Probefahrten beim Händler zu machen, bekommen sie Testautos gestellt. Und alle paar Jahre beziehen sie risikolos einen neuen Firmenwagen. Doch diese Gruppe ist eine Minderheit.

Für das Gros der Autokunden ist der Kauf eines Neuwagens die nach der Immobile zweitteuerste Anschaffung ihres Lebens. Möchte man wirklich so viel Geld ausgeben, immerhin 22.520 Euro im Durchschnitt im vergangenen Jahr, ohne das Produkt selbst in Augenschein zu nehmen? Ohne sich sachkundig beraten zu lassen? Ohne die Farbe bei Tageslicht zu sehen? Möglicherweise wächst die Gruppe von Kunden ohne diesen emotionalen Zugang zum Auto. Auch die Zahl der internetaffinen "Digital Natives" steigt rapide. Doch bedeutet das automatisch, dass der Autokauf ins Internet wandert? Wohl kaum: Überall auf der Welt werden aufwendig gestaltete Apple-Stores eröffnet. Solange Apple-Kunden, die einen großen Teil der Arbeits- und Freizeit vor dem Computer verbringen, einen Shop brauchen, muss der Autohandel keine Angst haben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass es im Handel keine Marktbereinigung geben wird. Im Gegenteil: Der Konsolidierungsprozess wird sich weiter beschleunigen. Wie viele der 18.250 Markenbetriebe, die der ZDK gerade gezählt hat, letztlich überleben können, steht in den Sternen. 2,7 Millionen Neuwagen werden in diesem Jahr in Deutschland voraussichtlich verkauft. 250 Neuwagen sollte ein Händler im Jahr mindestens verkaufen, besser 500. Für wie viele Händler in einem Drei-Millionen- Markt auf Dauer Platz ist, kann man sich leicht ausrechnen. Das, und nicht das Internet, ist die Herausforderung des Handels.
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