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Traditionshändler Niedermair & Reich gibt auf
Flagship-Haus von Niedermair & Reich an der Landsberger Straße in München-West: Das erst 2001 eröffnete Autohaus hatte im harten Verdrängungswettbewerb offenbar keine Chance mehr.
Autor:
Michael Knauer
mknauer@craincom.de
Donnerstag, 30. Juli 2009, 15.51 Uhr
Das Münchener Traditions-Autohaus Niedermair & Reich wird geschlossen. Der geschäftsführende Gesellschafter des Ford-Händlers, Anton Reich, erklärte am Donnerstag, die Weiterführung des Unternehmens sei wirtschaftlich nicht mehr vertretbar. "Auch der Hersteller und die Banken haben immer mehr Druck gemacht. Das war des Guten zu viel," zeigte sich Reich der Automobilwoche. Die Ford-Werke äußerten ihr Bedauern über das Aus.

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München. Der seit zwei Generationen in Familienbesitz geführte Ford-Händler Niedermair & Reich in München muss schließen. Die Weiterführung des Unternehmens sei wirtschaftlich nicht mehr vertretbar gewesen, sagte Geschäftsführer Anton Reich. Das Unternehmen sei einer drohenden Insolvenz zuvor gekommen, sagte er der Automobilwoche. "Wir haben die Notbremse ziehen müssen. Es ging einfach nicht mehr."

Das Aus für das 1945 gegründete Traditionsunternehmen sei unvermeidbar gewesen, weil der Kostendruck zuletzt immer größer geworden sei. "Auch der Hersteller und die Banken haben immer mehr Druck gemacht. Das war des Guten zu viel," zeigte sich Reich gegenüber Automobilwoche enttäuscht. Niedermair & Reich verkauft in München neben Ford auch Fahrzeuge der Marken Mazda, Volvo, Jaguar, Land Rover und Fiat.

Die Situation in München sei für einen mittelständischen Familienbetrieb immer schwieriger geworden, sagte Reich, der auch im Ford-Händlerbeirat aktiv ist. "Sie haben hier zum einen die großen Niederlassungen der Hersteller, zum anderen die Riesenhäuser der großen Gruppen. Da kommen die mittelgroßen wie wir unter die Räder", schildert Reich die Entwicklung. Auch in anderen Verkaufsregionen mit ähnlichen Strukturen werde es für die kleinen und mittleren Händler wohl immer schwieriger, bestehen zu können, fügte er hinzu. "Die sind auf Dauer nicht überlebensfähig," sagte er.
Anton Reich macht Ford mitverantwortlich für die Misere
Der Unternehmer machte auch den Hersteller Ford für die Misere seines Unternehmens mitverantwortlich. Die Schließung sei die notwendige Folge eines von Ford in den vergangenen Jahren forcierten und finanzierten Verdrängungswettbewerbs unter den Ford-Vertragshändlern im Marktverantwortungsgebiet München. Hinzu sei nun die seit langem schwierige Lage in der Kfz-Branche und die schwache wirtschaftliche Gesamtlage gekommen.

"Ford ist der Meinung gewesen, der Markt im Raum München sei nicht ausreichend ausgeschöpft worden. Zuerst hat man das mit Kroymans versucht, jetzt mit der AVAG," sagte Reich der Automobilwoche. Kroymans hatte bekanntlich im März Insolvenz angemeldet. Erst vor wenigen Tagen hatte Ford mitgeteilt, dass das zur AVAG-Holding zählende Automobilforum Wickenhäuser an seinen beiden Standorten in München-Moosach und Eching mit dem Verkauf und dem Service der Marke Ford begonnen habe.

Die Kölner-Ford-Werke erklärten dazu, Niedermair & Reich habe sich einen sehr guten Namen erwirtschaftet und sei eng mit der Marke Ford verbunden. Das gegenseitige Verhältnis sei jahrelang von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen. Die Vertriebschancen von Ford im Großraum München seien noch lange nicht ausgeschöpft, erklärte Ford-Marketingchef Jürgen Stackmann. "Der Marktanteil liegt dort deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von derzeit sieben Prozent", sagte er. Ford habe im übrigen die Münchner Ford-Händler im Vertriebsbereich seit Jahren unterstützt.

Die neuen Ford-Partner im Raum München hätten auch keineswegs das Ziel, den Wettbewerb untereinander zu erhöhen, sondern das Markenpotenzial dort weiter auszuschöpfen, betonte das Kölner Unternehmen weiter.
150 Arbeitsplätze betroffen - keine Fortführungspläne
Reich sagte, er habe derzeit keine Pläne, das Autohaus in irgendeiner anderen Form fortzuführen. "Heute werden die Kündigungen ausgesprochen, am Nachmittag gibt es eine Betriebsversammlung," sagte der Unternehmer. Danach werde der Geschäftsbetrieb noch zwei bis drei Monate lang fortgeführt und das Unternehmen in dieser Zeit abgewickelt. Dies übernimmt ein eigener Liquidationsgeschäftsführer.

Betroffen von der Schließung sind 150 Arbeitsplätze an den Standorten Landsberger Straße und Ingolstädter Straße. In den vergangenen Monate habe das Unternehmen große Anstrengungen unternommen, um die Arbeitsplätze zu retten und Übernahmegespräche mit potenziellen Erwerbern zu führen, sagte Reich. Letztlich seien diese Gespräche aber ohne Ergebnis geblieben. Die Zukunft der beiden Standorte liegt damit nun in der Hand des Liquidationsgeschäftsführers.
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