Der Zulieferer Mahle muss im Aftermarket neue Distributionswege erschließen und die wachsende Teilevielfalt beherrschen. Mahle rechnet in vielen Bereichen damit, dass die Anzahl der vorzuhaltenden Teile in den kommenden fünf Jahren um 50 Prozent zunehmen wird.
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Stuttgart. Das Ersatzteilgeschäft ist für viele Zulieferer ein wichtiges Standbein, um die krisenbedrechnen in vielen Bereichen damit, dass die Anzahl der vorzuhaltenden Teile in den kommenden fünf Jahren um 50 Prozent zunehmen wirdingten Ausfälle in der Erstausrüstung zu kompensieren. Unternehmen wie der Motorkomponentenhersteller Mahle haben im Ersatzteilgeschäft jedoch mit einer starken Zunahme der Teilevielfalt zu kämpfen. "Wir ", erläutert Arnd Franz, Geschäftsführer von Mahle Aftermarket.
Der von ihm verantwortete Geschäftsbereich trug 2008 etwa 14 Prozent zum Konzernumsatz von rund fünf Milliarden Euro bei. Wegen sinkender Umsätze in der Erstausrüstung werde sich der Aftermarketanteil 2009 aber erhöhen, prognostiziert Franz. Die zweite große Herausforderung besteht für den Manager darin, dass die Zuwächse in den kommenden Jahren nicht in den Regionen stattfinden werden, in denen Mahle und andere Fahrzeughersteller und Zulieferer ihre Logistiknetzwerke aufgebaut haben. Franz hat vor allem die Wachstumsmärkte in Indien, China und Russland im Visier. "Dort ist in puncto Logistik noch nicht der Versorgungsgrad erreicht, den wir heute in reifen Märkten wie in Westeuropa oder auch in Nordamerika vorfinden." Expressdienst als Ausnahme
Damit die Ersatzteile möglichst schnell an Ort und Stelle gelangen, greift Mahle in Deutschland vor allem auf die umfangreichen Niederlassungsnetze des Fahrzeugteilehandels wie etwa das von Stahlgruber zurück. Solche großen Ketten sorgen dafür, dass Werkstätten in Deutschland dreibis fünfmal pro Tag beliefert werden. "Wenn eine Werkstatt ein Ersatzteil benötigt, ist es in der Regel ein bis drei Stunden später verfügbar", erläutert Franz.
Seltene Ersatzteile, die auch der Teilehandel nicht vorrätig hat, werden über Expressdienste wie UPS, FedEx oder DHL ausgeliefert. Um in Nordamerika eine reibungslose Teilelieferung zu gewährleisten, unterhält der Zulieferer sein zentrales Distributionslager in der Nähe von Memphis, Tennessee, am Stammsitz von FedEx. "Wir liefern ein Ersatzteil, das bei uns bis 19 Uhr abends bestellt worden ist, bis zum nächsten Morgen so gut wie an jeden Punkt in den USA", hebt der Mahle-Aftermarket-Chef einen wesentlichen Vorteil des Standorts hervor.
Mit besonderen Herausforderungen sahen sich die Stuttgarter beim türkischen Kolbenhersteller Mopisan konfrontiert, an dem Mahle eine Mehrheitsbeteiligung (60 Prozent) hält. Durch den Einstieg hat sich der Zulieferer zum einen das Know-how von Mopisan in der Kleinserienfertigung von Ersatzteilen für Motoren gesichert. Zum anderen soll durch das Engagement die logistische und vertriebliche Versorgung der für Mahle interessanten Märkte in Westund Zentralasien verbessert werden. Der Zulieferer hat dafür ein neues Logistikzentrum in Izmir gebaut, das im September 2008 fertiggestellt wurde und "mittlerweile auf Kammlinie läuft", so Franz.
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