Das Traditionsautohaus Automag Buchner + Linse, der letzte unabhängige BMW-Händler Münchens, gibt auf: Falsch kalkulierte Restwerte, der Preiskampf mit der Niederlassung und überzogene Marken-Standards ließen dem Familienunternehmen, das seit 1929 BMW verkauft, keine Chance.
Die Hersteller führen mit ihren Niederlassungen in den großen Städten einen Wettbewerb um das größte Prestigeobjekt. Eigenständige Händler können da nicht mithalten.
Eines der traditionsreichsten BMW-Autohäuser in Deutschland muss aufgeben: Automag Buchner + Linse, Münchens einziger unabhängiger BMW-Händler, konnte die Februar-Gehälter nicht mehr bezahlen und hat Insolvenz angemeldet, berichten "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel" übereinstimmend. Das familiengeführte Autohaus mit rund 200 Beschäftigten soll vor allem an den hohen Rückkaufwerten für Leasing-Rückläufer gescheitert sein. Alleine aus diesem Geschäft sollen sich die Verluste auf 1,6 Millionen Euro summiert haben. Problem mit Leasing-Rückläufern
Zu hoch bewertete Leasingfahrzeuge habe BMW schon einige Probleme verursacht und zu Wertberichtigungen in dreistelliger Millionenhöhe geführt. Um neue Kunden zu ködern, wird der Restwert eines Leasing-Fahrzeugs oft zu hoch bewertet. Dadurch kann eine niedrige monatliche Leasingrate angeboten werden. Läuft der Vertrag aus, muss das Fahrzeug aber zum vereinbarten Restwert zurückgenommen werden. BMW hat, wie andere Hersteller auch, das Restwertrisiko teilweise auf die Händler abgewälzt. Preiskampf mit Niederlassungen
Bei Automag Buchner + Linse kommt die Lage in München erschwerend hinzu: Der BMW-Standort ist weitgehend in der Hand der konzerneigenen Niederlassung mit ihren Zweigstellen. BMW-Händler klagen immer wieder über den Preiskampf, den sie mit den Niederlassungen ausfechten müssen. Während rote Zahlen der Niederlassungen jedoch durch das Konzernergebnis aufgefangen werden können, bleiben die Händler auf ihren Verlusten sitzen.
Zudem musste Automag Buchner + Linse erst vor zwei Jahren für 25 Millionen Euro ein neues Gebäude errichten. Ansonsten hätte das Autohaus die hohen Standards des Herstellers nicht mehr erfüllt und den Händlervertrag verloren. Damit kommen bei dem Autohaus, dass seit 1929 BMW verkauft, alle Probleme zusammen, mit denen der markengebundene Autohandel seit Jahren zu kämpfen hat.
Das Renault-Autohaus von Automag Buchner + Linse ist von der Insolvenz unberührt.
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