Als die Pläne zur Abwrackprämie bekannt wurden glaubte kaum einer, dass die kurzarbeitenden VW-, Opel-, BMW- und Mercedes-Werker im Lande davon profitieren könnten. Nun kommen die Kunden aber in Scharen – selbst zu BMW-, Audi- und Mercedes-Händlern.
Die deutschen Autohändler haben ihre Hersteller bewertet. Peugeot hat am stärksten zugelegt.
München. Nach dem ersten Blick auf die Pläne der Bundesregierung zur Abwrack- oder Umweltprämie musste einem eigentlich klar sein: Das wird den kurzarbeitenden VW-, Opel-, BMW- und Mercedes-Werkern im Lande bestimmt nicht helfen. Da dürften wohl eher Fiat, Hyundai und Citroën profitieren. Welcher Besitzer eines mehr als neun Jahre alten Autos kauft sich schon einen neuen BMW, nur weil der Staat mit 2500 Euro Umweltprämie lockt? Auch ich habe mich da geirrt. Die Kunden kommen in Scharen - selbst zu BMW-, Audi- und Mercedes-Händlern. Ökonomie ist eben doch vor allem Psychologie und erst in zweiter Linie Mathematik.
Zudem sollte man nicht die Kreativität vieler Autohändler unterschätzen: "2500 Euro vom Staat, 1500 Euro von uns, 199 Euro im Monat vom Kunden, schon gibt es den BMW Einser", so hat sich etwa Burkhard Weller sein eigenes Konjunkturprogramm hingebogen. Es kommt ohnehin kein Kunde mehr mit einem Bündel Geldscheine in der Tasche zum Händler. Selbst bei den Privatkunden ist über die Hälfte des Neuwagengeschäfts finanziert. Also baut der Handel um Umweltprämie, Hersteller- und Händlerrabatte herum eine intelligente, optisch billige Finanzierung mit niedriger Monatsrate. Auch VW versucht für den neuen Golf Kunden zu gewinnen, indem das Unternehmen die Umweltprämie aus eigener Tasche glatt verdoppelt. Ein Hamburger VW-Händler ließ sein Autohaus sogar bis 22 Uhr geöffnet, weil sich der Käuferansturm sonst nicht bewältigen ließ. Schon fürchten ADAC und ZDK, die von der Bundesregierung ausgelobten 1,5 Milliarden Euro könnten nicht ausreichen und mahnen einen größeren Fördertopf an.
Und Sparminister Steinbrück weigert sich tatsächlich, Geld nachzuschießen, sollten mehr als 600.000 Neu- und Jahreswagenkäufer das Angebot der Umweltprämie annehmen. Dabei finanziert sich die Prämie doch selbst: Wenn man den durchschnittlichen Preis des Neuwagens, der durch die Umweltprämie verkauft wird, mit 15.000 Euro beziffert, so fallen pro Fahrzeug rund 3000 Euro Mehrwertsteuer an. Und davon gibt der Staat dann - mit gönnerhafter Geste - 2500 Euro an den Käufer zurück. Die Umweltprämie ist also nichts anders als eine Steuersenkung, die sich dazu noch selbst finanziert. Denn wie groß der Mitnahmeeffekt auch immer sein mag: Die überwiegende Zahl der Neu- und Jahreswagen wäre ohne die Prämie nicht verkauft worden - eben weil die Besitzer mindestens neun Jahre alter Autos keine typischen Neuwagenkunden sind.
Überraschend schnell und geräuschlos haben IG Metall und Arbeitgeber sich auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt: Die Beschäftigten bekommen eine Lohnerhöhung in zwei Stufen.
Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat einem Bericht des Fernsehsenders ARD widersprochen, wonach Mitarbeiter mit Werksverträgen die gleichen Tätigkeiten ausführen wie festangestellte Mitarbeiter, dafür aber erheblich schlechter bezahlt werden.
Der Kompaktvan Opel Zafira Tourer wird ab 2015 im Werk Rüsselsheim gebaut. Bisher wird das Modell in Bochum gefertigt. Der Betriebsrat protestierte und sprach von einer "unglaublichen Provokation".
Daimler hat am Mittwochabend seine neue S-Klasse präsentiert. Die Luxus-Limousine strotzt vor Superlativen. Der Stuttgarter Autobauer spricht vom "besten Auto der Welt".
In der Europäischen Union wurden im April knapp 1,04 Millionen Neuzulassungen registriert. Dies ist ein Zuwachs um 1,7 Prozent gegenüber April 2012 - und der erste Anstieg seit September 2011.
Der VW-Konzern muss mehrere Zehntausend Fahrzeuge seiner New Small Family, zu der neben dem VW Up auch die weitgehend baugleichen Modelle Seat Mii und Skoda Citigo gehören, wegen Airbagproblemen in die Werkstätten zurückrufen.
Auf der BMW-Hauptversammlung sprach sich Vorstandschef Norbert Reithofer gegen die neuesten CO2-Forderungen der EU aus. Er forderte von der Politik "verlässliche Rahmenbedingungen". Die neueste Forderung von 68 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer für 2050 sei "politisches Wunschkonzert" und habe "mit technischer Analyse oder Machbarkeit nichts, aber auch gar nichts, zu tun".
Der amerikanische Autokonzern Ford erweitert seine Produktionskapazitäten in Russland. In Tatarstan entsteht ein Motorenwerk, außerdem soll ein weiteres Modell vor Ort produziert werden.
BMW will mit seiner neuen Submarke BMWi Bestmarken in der Produktion setzen. Auf der Automobilwoche-Konferenz in München kündigte Ulrich Kranz, Chef der Marke BMWi, erhebliche Energie-Einsparungen in der Fertigung der neuen Elektroautos an.