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Der Teilehandel wird in diesem Jahr neu sortiert
GVA-Vorsitzender Hartmut Röhl: Skeptischer Blick auf 2009.
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Montag, 26. Januar 2009, 17.36 Uhr
Der GVA-Vorsitzende Hartmut Röhl erwartet für das Jahr 2009 einige Insolvenzen in der Autoteilebranche. Mit Prognosen zur genauen Zahl der Pleiten ist er jedoch vorsichtig. Röhl geht allerdings davon aus, dass der Teilehandel von der Krise weniger hart getroffen wird als das Kfz-Gewerbe.
Die Prognosen der Verbände für den deutschen Automarkt im Jahr 2013.
Ratingen. Für viele Hersteller und Händler von Autoersatzteilen wird 2009 zu einem entscheidenden Jahr. Denn nur gut aufgestellte Händler und Hersteller werden das Krisenjahr überstehen, erwartet der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA). "Die Schere zwischen den Unternehmen geht stärker auseinander, der Markt sortiert sich", sagt der GVA-Vorsitzende Hartmut Röhl und fügt hinzu: "Händler, die einen gesunkenen Umsatz melden, sind zum Teil auf die künftigen Anforderungen des Marktes nicht vorbereitet." Der GVA hatte seine Mitglieder nach dem Geschäftsverlauf des Jahres 2008 und den Erwartungen für 2009 befragt. Nachdem rund 70 Prozent der Befragten geantwortet haben, wird eine Zweiteilung der Branche deutlich: Fast die Hälfte der Unternehmen konnte ihren Umsatz im vergangenen Jahr steigern - meist mit einem leichten Zuwachs von ein bis zwei Prozent.
"Allerdings haben wir auch eine nie da gewesene Zahl an Unternehmen mit Umsatzrückgang", so Röhl. So gaben 29 Prozent der Händler an, dass ihr Umsatz gesunken ist, bei sieben Prozent ging er sogar deutlich zurück. "Der Markt ist überdistribuiert, und der Wettbewerb ist beinhart", sagt Röhl. Der GVA-Vorsitzende geht deshalb auch von Insolvenzen im Teilehandel aus. "Das Zeitfenster für eine Marktbereinigung wird durch die allgemeine Konjunkturlage enger, denn die Banken achten stärker auf die Leistungsfähigkeit ihrer Kreditnehmer", sagt Röhl. Mit Prognosen zur Zahl der Insolvenzen ist er vorsichtig. Röhl erwartet allerdings, dass der Teilehandel von der Krise weniger hart getroffen wird als das Kfz-Gewerbe. Keine Sondervergünstigungen
Die Lobbyarbeit des ZDK in Berlin betrachtet er kritisch: "Wir rufen nicht nach Sondervergünstigungen, sondern fordern lediglich einen fairen Zugang zum Markt." Schließlich bestimme der Wettbewerb den Erfolg eines Unternehmens, und Wettbewerb finde "eben nicht nur bei Sonnenschein" statt. Für den GVA hat die aktuelle Marktlage sogar eine positive Seite: Teilehersteller, die sich bislang auf die Produktion für Autobauer beschränkt haben, entwickeln ein Interesse für den freien Teilemarkt und fragen beim GVA nach einer Mitgliedschaft an.
Auch beim Ausblick auf das laufende Jahr zeigt sich laut Röhl, dass Teilehersteller, die ihren Schwerpunkt auf den freien Aftermarket legen, optimistischer in die Zukunft blicken. Zwei der drängendsten Probleme des Teilehandels sind der Zugang zu technischen Fahrzeuginformationen und die Reparaturklausel für sichtbare Ersatzteile. Röhl sieht aber nur geringe Chancen für eine schnelle Lösung beider Probleme. Der umfassende und faire Zugang zu technischen Informationen sei noch immer nicht sichergestellt, und mit einer Entscheidung für die Reparaturklausel auf Europa- Ebene rechnet er in diesem Jahr nicht mehr, weil mit der Tschechischen Republik und Schweden zwei "Blockierer" die Ratspräsidentschaft innehaben.
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