Vor allem die Zahl der Markenbetriebe ist zwischen 2000 und 2012 zurückgegangen.
München. Derzeit werden in Deutschland jährlich 2,5 Milliarden Euro mit dem Verkauf von Neureifen umgesetzt - etwa ein Zehntel des gesamten Aftermarkt-Volumens. Die Wachstumsaussichten sind dabei bescheiden - nur rund ein Prozent Zuwachs pro Jahr prognostiziert die Kölner Unternehmensberatung BBE. Die Fokussierung der Pneu-Anbieter auf eine Produktgruppe und die Saisonabhängigkeit des Reifenverkaufs schmälern die Perspektiven des Geschäfts erheblich.
Deshalb verbreitern die Reifenspezialisten ihre Basis mit zusätzlichen Angeboten wie Ölwechsel, Bremsenservice oder Stoßdämpfer-Austausch - Tendenz steigend. "Das Geschäftsfeld Autoservice spielt eine große Rolle für uns", bestätigt Michael Lutz, seit Kurzem Leiter des Premio Reifen-Service, der zu Goodyear Dunlop Handelssysteme (GDHS) gehört. "Der Verbraucher will eine Komplettlösung rund ums Fahrzeug haben", ist Lutz überzeugt. Beim "Kampf um den gleichen Kunden" sieht er Premio im Wettbewerb mit anderen industriegeführten Reifenhandelsketten, Werkstattsystemen und Autohäusern - zumindest bei den Haltern von Fahrzeugen ab drei Jahren. Anders als einige Konkurrenten, die sich erst im Aufbau befinden, "haben wir über 30 Jahre Erfahrung", betont Lutz. Um im Wettbewerb die Nase vorn zu haben, setzt er auf "101 Prozent Kundenzufriedenheit, bestens ausgebildete Mitarbeiter, die sich permanent weiterbilden, und Einbau von Ersatz- und Verschleißteilen in Erstausrüsterqualität". Und er zieht klare Grenzen: "Wir machen keine Unfallinstandsetzung und keine Lackierarbeiten", sagt Lutz. "Das ist ein völlig anderes Segment."
Derzeit gibt es bundesweit 245 Premio-Partner. Die angestrebte Expansion soll aber nicht nur hierzulande stattfinden, sondern auch in Osteuropa. So gibt es bereits heute Partner in Russland und Polen, ebenso ist Premio in der Schweiz und der Türkei vertreten. Bis zum Jahr 2012 soll es im In- und Ausland 600 bis 650 Partner geben.
An Wettbewerbern mangelt es auf dem umkämpften Markt nicht. Neben Goodyear Dunlop bauen auch die Reifenhersteller Michelin (Euromaster), Continental (Vergölst) und Bridgestone (First Stop) ihre eigenen Serviceketten und das Leistungsangebot aus. So führt seit Januar 2007 der TÜV Haupt- und Abgasuntersuchungen in den 300 Euromaster-Filialen durch.
Unterdessen versucht der unabhängige Reifenfachhandel, den Aktivitäten der industriegeführten Ketten zu trotzen. Ralf Maurer von Point S, einer Kooperation freier Reifenfachhändler, setzt dabei auf eine "nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit vor Ort und auf Kooperationsebene". Ein zentraler Baustein ist die Optimierung der Einkaufsprozesse. Und bis Ende 2009 sollen 550 der bundesweit 750 Point S-Stationen neben dem Reifenservice auch Inspektionen, Haupt- und Abgasuntersuchungen sowie Klimaanlagen-Service anbieten.
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