Automobilwoche

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Porsche: Mehr Dollar-Absicherung - Höherer VW-Anteil ist "Option"

Die USA sind für Porsche der wichtigste Einzelmarkt. Daher ist für den Sportwagenbauer eine Absicherung gegen Kursschwankungen des Dollars eminent wichtig. Im Bild der US-Verkaufsschlager Cayenne.

Porsche-Finanzchef Holger Härter hat verkündet, dass Porsche seine Absicherung gegen Schwankungen des US-Dollars deutlich ausgebaut hat. Nun sei das Unternehmen für die kommenden vier Jahre zu 100 Prozent abgesichert, sagte Härter in einem Interview. In einem anderen Interview sagte er, Porsche habe die Option, "bei Bedarf" den VW-Anteil weiter aufzustocken.

Freitag, 27. Juli 2007, 00.03 Uhr

Frankfurt. Porsche hat seine Absicherung gegen Wechselkurschwankungen des US-Dollars deutlich ausgebaut, berichtet die "Börsenzeitung". Porsche habe sein Dollar-Hedging von drei auf nun sechs Jahre ausgedehnt, sagte Finanzvorstand Holger Härter der Zeitung (Freitagausgabe). Das Unternehmen sei für vier Jahre praktisch zu 100 Prozent gegen Schwankungen abgesichert und bis 2013 zu etwa 50 Prozent.

Zufrieden zeigte sich Härter gegenüber der Zeitung mit dem am Verlauf des bis Dienstag laufenden Geschäftsjahres 2006/07. Absatz und Umsatz würden mindestens das Rekordniveau des Vorgeschäftsjahres erreichen. "Wenn ich mir unser operatives Geschäft vor Augen führe, kann ich nur sagen, wir verzeichnen eine sehr positive Entwicklung", sagte Härter.

Nicht nur das Dollar-Risiko hat Porsche minimiert, auch in Sachen VW-Anteil ist der Stuttgarter Autobauer wachsam. Die "Financial Times Deutschland" (Freitagausgabe) berichtet gar, Porsche bereite eine Erhöhung seines Anteils an Volkswagen vor. Härter sagte der Zeitung allerdings nur: "Wir haben uns einige Optionen gesichert, um bei Bedarf unseren VW-Anteil weiter aufstocken zu können. Damit sind wir auf alles vorbereitet." Porsche ist derzeit mit knapp 31 Prozent an VW größter Anteilseigner am Wolfsburger Autobauer.

"Kein Geld für Lkws ausgeben"

Porsche-Finanzchef Holger Härter: "Durch die Kooperation mit dem VW-Konzern können wir Entwicklungskosten im dreistelligen Millionenbereich sparen."

Zugleich wies Härter Spekulationen zurück, Porsche könnte die von VW angestrebte Lkw-Allianz mit MAN und Scania unter dem Dach der Ende Juni gegründeten Porsche-Holding verwirklichen wollen. "Eine mögliche Lkw-Sparte wird sicherlich nicht unter dem Dach der neuen Porsche Automobil Holding aufgehängt sein. Wir haben nicht vor, Geld für Lkws auszugeben", sagte Härter der FTD.

Bislang profitiere Porsche von VW vor allem bei der Entwicklung neuer Modelle. "Durch die Kooperation mit dem VW-Konzern können wir Entwicklungskosten im dreistelligen Millionenbereich sparen", so der erst Mittwoch auch in den Vorstand der neuen Porsche-Holding berufene Finanzvorstand. "Wir können uns viele Kooperationen mit VW und Audi vorstellen, solange sie nicht zentrale Elemente wie Design, Antriebsstrang oder Fahrwerk betreffen." Kurzfristig sei es jedoch nicht notwendig, deswegen den VW-Anteil aufzustocken.

Bedarf an einer Aufstockung könnte es aber wegen der von der EU angepeilten CO2-Grenzwerte sein. Erlaubt Brüssel, die CO2-Senkung als Gesamtkonzern zu erreichen, so könnte VW mit seinen kleineren Modellen helfen, den Porsche-Wert zu drücken. Voraussetzung wäre, das Porsche VW voll konsolidiere, sagte Härter. "Und das geht erst ab einer Beteiligung von 50 Prozent oder als faktischer Konzern". Porsche hoffe aber weiter, dass die EU Grenzwerte nach Fahrzeugsegmenten festsetzt und dem Sportwagenbauer dabei einen höheren CO2-Ausstoß zugesteht.

(Mit Material von dpa)

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