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VW-Händler fordern Soforthilfe

Die deutschen VW- und Audi-Händler fordern eine schnelle aktive Unterstützung der Vertragspartner durch die Hersteller und ihre Banken. Es gehe darum, Finanzierungskosten im Handel zu senken und zur kurzfristigen Kostenreduzierung im Verkauf und Service beizutragen, hieß es auf einer Delegiertenversammlung in Hannover.

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Vielen Betrieben drohen neben der ungenügenden Rentabilität jetzt zunehmend Liquiditätsprobleme. (Foto: Samanns)


Hannover. Angesichts der schwierigen Absatzsituation in der Automobilwirtschaft fordert der VW/Audi-Händlerverband (VAHV) eine schnelle aktive Unterstützung der Vertragspartner durch die Hersteller. „Zur Bewältigung der aktuellen Krisensituation benötigen die Händler und Servicepartner mit höchster Priorität die sofortige Hilfe und Unterstützung des Herstellers“, erklärte der wiedergewählte Verbandsvorsitzende Michael Lamlé bei einer Delegiertenversammlung in Hannover. Wo andere Branchen nach einem angebotenen Schirm der Politik greifen könnten, so der Händlersprecher, seien die VW- und Audi-Partner auf die Hilfe ihrer Hersteller und der angeschlossenen Banken angewiesen.

Vielen VW- und Audi-Betrieben drohen neben der ungenügenden Rentabilität jetzt zunehmend Liquiditätsprobleme. Daher forderte der Verbandschef die Hersteller auf, Finanzierungskosten im Handel zu senken und zur kurzfristigen Kostenreduzierung im Verkauf und Service beizutragen. Gleichzeitig machte der Händlersprecher deutlich, dass die Vertragspartner trotz aller Schwierigkeiten zu ihren Marken stünden und davon überzeugt seien, dass VW und Audi „die günstigsten Voraussetzungen mitbringen, am besten durch die Krise zu kommen“.


Neues Restwertmodell bei Audi


Wolfsburg will den Handel in Bezug auf die Steigerung der Renditen, die Qualität im Verkauf und die Erhöhung der Kundenzufriedenheit unterstützen, dazu wurde kürzlich ein „Leistungssteigerungspaket“ beschlossen. Konkret will VW einen mehrstelligen Millionenbetrag investieren, um die Handelsorganisation finanziell zu entlasten.

Zudem hat Audi jüngst ein neues Restwertmodell eingeführt, um die Leasingrisiken besser zwischen Hersteller, Bank und Handel zu verteilen. Mit Blick auf bereits laufende und geplante Programme bestätigte Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer vor den Delegierten in Hannover: „Diesen Weg der Zusammenarbeit werden wir weiter fortführen – auch und gerade in Zeiten, in denen die Marktlage angespannt ist“. VW-Konzernchef Martin Winterkorn bekräftigte zudem, man bekenne sich „zum Vertragshandel als wichtigster Säule des Konzern-Vertriebsnetzes“.


VW-Bank beantragt als erste deutsche Autobank staatliche Garantien


Unterdessen haben VW Financial Services (VWFS) und die VW-Bank Hilfe in Form eines staatlichen Garantierahmens beantragt und sich damit als erste deutsche Autobank unter den staatlichen Rettungsschirm begeben. Dabei geht es um die Refinanzierung von Autokrediten, die auf dem Kapitalmarkt immer schwieriger geworden ist. Über den Umfang der beantragten Garantien wurden keine Angaben gemacht.

Bisher hat die Finanzdienstleistungstochter VWFS stets kräftig zum Wolfsburger Konzerngewinn beigetragen. Von Januar bis September 2008 lag das operative Ergebnis mit 744 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau (747 Millionen Euro), der Umsatz betrug 8,2 Milliarden Euro.



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Mittwoch, 10. Dezember 2008, 12.13 Uhr Artikel versenden Artikel drucken

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