Top Thema

Nur 2,9 Millionen Neuzulassungen im kommenden Jahr erwartet

Die deutsche Autoindustrie erwartet 2009 einen sehr schwachen Binnenmarkt. Auf dem deutschen Markt würden voraussichtlich nur 2,9 Millionen Neuwagen verkauft, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mit. Das wäre das schlechteste Ergebnis seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Zudem rechnet der VDA mit Stellenabbau.

article picture 1

Neuwagen: Schwacher Markt im kommenden Jahr erwartet.


Frankfurt/Main. Die deutsche Autoindustrie steckt wegen des massiven Absatzeinbruchs in der schwersten Krise seit Anfang der 90er Jahre und muss tausende Stellen streichen. Für 2009 wird eine Verschärfung der anhaltenden Absatzschwäche bei Neuwagen erwartet. Auf dem deutschen Markt würden voraussichtlich im kommenden Jahr nur 2,9 Millionen Neuwagen verkauft, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Frankfurt mit. Das wäre das schlechteste Ergebnis seit der deutschen Wiedervereinigung im Jahr 1990. Bereits im laufenden Jahr bricht der Absatz wegen der Finanzmarktkrise und der allgemeinen Konjunkturschwäche ein: Der VDA rechnet bis zum Jahresende 2008 mit "knapp unter 3,1 Millionen" Neuzulassungen.

"Die Automobilmärkte haben eine Talfahrt genommen, die in dieser Geschwindigkeit und Ausprägung noch nie vorher stattgefunden hat", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Anfang November hatte der Verband sein Absatzziel von 3,2 Millionen Fahrzeugen kassiert und es auf höchstens 3,1 Millionen Neuzulassungen herabgesetzt. Im Jahr 2007 war der Absatz auf knapp 3,15 Millionen Autos gesunken. Im November war der Automarkt in Deutschland erneut um fast 18 Prozent eingebrochen, wie der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) und das Kraftfahrtbundesamt (KBA) bereits am Dienstag mitgeteilt hatten.

Die deutsche Autoindustrie wird auf den massiven Absatzeinbruch voraussichtlich auch mit weiterem Stellenabbau reagieren. "Die Krise wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben", sagte Wissmann. Konkrete Zahlen wollte er nicht nennen. Bereits im September habe die Branche im Vergleich zum August 1850 Stellen gestrichen. Insgesamt beschäftigen Hersteller und Zulieferer derzeit 761.600 Mitarbeiter, das sind noch 13.500 mehr als vor einem Jahr. Vor allem Zeitarbeiter waren bislang gekündigt worden. "Das Ziel ist, so lange wie möglich Stammpersonal zu halten, weil wir das nach der Krise wieder brauchen", sagte Wissmann. "Aber je länger und tiefer die Krise ist, desto größer werden die Auswirkungen."


Klagen über Banken


Wissmann klagte zudem über die Banken, die wegen der Finanzmarktkrise nur noch äußerst restriktiv Kredite an Autofirmen vergeben. "Kreditversicherungen werden zum Teil serienmäßig gekündigt, wer liefert, muss Vorkasse verlangen", sagte der Präsident. Dies verschärfe die Lage und werde Jobs kosten. Dabei seien die Firmen dringend auf Darlehen angewiesen, um schadstoffarme Antriebe zu entwickeln. "Gerade in Zeiten der Krise darf eines nicht gekürzt werden: Die Blutzufuhr im Kopf", verlangte Wissmann mit Verweis auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung.

Von der Politik forderte der Verband eine rasche Entscheidung über die Neuregelung der Kfz-Steuer, die nach Schadstoffausstoß und nicht mehr Hubraum gestaffelt werden soll, sowie eine "Abwrackprämie" für Altautos. Die Bundesregierung will zur Ankurbelung des Absatzes umweltfreundliche Neuwagen für bis zu zwei Jahren von der Kfz-Steuer befreien. (Mit Material von dpa)



Artikel zum Thema:

Mittwoch, 03. Dezember 2008, 10.32 Uhr Artikel versenden Artikel drucken

Umfrage

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mercedes-Benz CLS


Daimler stellt auf dem Pariser Autosalon (2. bis 17. Oktober 2010) die neue Generation des viertürigen Coupés Mercedes-Benz CLS erstmals der Öffentlichkeit vor.

8 Abbildungen »
 
 
 

Klartext - Der Hybrid ist doch das Statussymbol

Einer Umfrage zufolge hat das Auto als Statussymbol ausgedient. Das ist keine gute Nachricht – für die Hersteller jener Hybrid- und Elektroautos, die jetzt oder bald in...

Sternzeichen - Opel-Chef Reilly zur lebenslangen Garantie

"Mit der lebenslangen Garantie unterstreichen wir unser Vertrauen in die Qualität und Werthaltigkeit unserer Produkte.“ Nick Reilly, Opel-Chef, zur...

Kommentar: Schaeffler zeigt sich wieder selbstbewusst

Die Schaeffler-Gruppe sieht sich nach der Krise auf dem Weg zu alter Stärke und gut gerüstet für künftige Aufgaben. Doch noch lauern einige Gefahren auf das fränkische...

 
07.09.2010 - Darmstadt
E-MOTIVE Expertenforum
07.09.2010 - Wolfsburg
3. Fachtagung RFID und Automotive
08.09.2010 - Bensheim
sms – supplier meets supplier
09.09.2010 - Düsseldorf
Innovationsforum 2010