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Daimler baut 570 Arbeitsplätze in Gaggenau und Rastatt ab

Der Stuttgarter Autokonzern Daimler will im A- und B-Klasse-Werk Rastatt und in der Komponentenfertigung insgesamt 570 Arbeitsplätze abbauen. Es handelt sich laut der IG Metall Gaggenau um befristet Beschäftigte und Leiharbeiter. In der gesamten Region sollen der Gewerkschaft zufolge über tausend solcher Beschäftigungsverhältnisse auch bei Zulieferern wegfallen. Die IG Metall will mit einer Task Force und einem neuen Konzept auf diese Entwicklung reagieren.

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Im Mercedes-Werk in Gaggenau drohen Arbeitsplätze verloren zu gehen


Gaggenau. Die Daimler AG wird in den Mercedes-Werken Rastatt und Gaggenau befristete Verträge nicht verlängern und Leiharbeitsverhältnisse lösen. In der A- und B-Klasse-Fabrik in Rastatt sollen nach Angaben der IG Metall Gaggenau 120 solcher Arbeitsplätze wegfallen. In Gaggenau, wo vor allem Pkw- und Lkw-Getriebe gefertigt werden, sind es 450 Stellen. Der Stuttgarter Autohersteller bestätigte auf Nachfrage der Automobilwoche, dass in verschiedenen Werken in nächster Zeit die Zahl der Zeitarbeiter und befristet Beschäftigten verringert werden soll. Zu einer Gesamtzahl und deren Verteilung auf die einzelnen Standort wollte eine Sprecherin keine Stellung nehmen.

Insgesamt werden in den nächsten drei Monaten in der Region über 1000 befristete und Leiharbeitsverhältnisse ausgelöst, sagte Roman Zitzelsberger, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Gaggenau. Die „Dimension und Geschwindigkeit der Entwicklung“ habe die Gewerkschaft überrascht, hieß es. Neben Daimler bauten in der Region auch kleine und mittelgroße Zulieferer massiv solche Stellen ab. Im Landkreis Rastatt, 30 Kilometer südlich von Karlsruhe, hängt jeder vierte Arbeitsplatz von der Automobilindustrie ab. Angesichts dieser Situation hat die IG Metall eine "einmalige Initiative" gestartet, um den Betroffenen möglichst schnell zu einer neuen Stelle zu verhelfen. Dabei bietet eine eigens eingesetzte Task Force nicht nur eine Sofortberatung zum Thema Arbeits- und Sozialrecht an. Eine beauftragte Transfergesellschaft soll zusätzlich für die Qualifizierung sorgen und aktiv auf Stellensuche gehen. Der Service ist exklusiv für IG Metall-Mitglieder. Neu daran ist vor allem, dass die Gewerkschaft die freigesetzten Leiharbeiter aktiv anspricht. Die Initiative ist laut Zitzelsberger auch eine Form der Mitgliederwerbung. Der Gewerkschaftsbeitrag für ein arbeitsloses Mitglied beträgt monatlich 1,53 Euro.


Debatte über Arbeitszeitverkürzung gestartet


Zugleich gab es bei Daimler am Mittwoch eine Debatte über die Form der Arbeitszeit-Reduzierung wegen der einbrechenden Nachfrage. Während der Vorstand Informationen aus Unternehmenskreisen zufolge eine Arbeitszeitverkürzung favorisiert, setzt sich der Betriebsrat für die Anmeldung von Kurzarbeit ein. Auf beiden Seiten geht es dabei um viel Geld. Kurzarbeit wäre bei den Beschäftigten mit deutlich weniger Einbußen verbunden, für das Unternehmen wäre es allerdings die teurere Lösung.

Eine Einigung gebe es bislang nicht, sagte eine Sprecherin des Betriebsrates am Mittwoch in Stuttgart. Eine Unternehmenssprecherin sagte, Daimler äußere sich nicht zu laufenden Verhandlungen. Kurzarbeit bietet Angaben des Betriebsrates zufolge eine Absicherung der Netto-Entgelte von bis zu 97 Prozent. Eine Absenkung der Arbeitszeit von 35 auf 30 Stunden sichere lediglich bis zu 89 Prozent der Netto-Entgelte.

Das Unternehmen zahlt zwar bei Kurzarbeit nur noch den Lohn für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Allerdings müsste es weiter auf 80 Prozent des wegfallenden Arbeitsumfangs Sozialbeiträge abführen. Dies würde bei einer Arbeitszeitverkürzung wegfallen.

Der Betriebsrat geht davon aus, dass in einigen der 14 deutschen Werke des Konzerns die Arbeitszeitkonten nach den verlängerten Weihnachtsferien im Januar die Untergrenze von bis zu Minus 200 Stunden erreicht haben. Die Stuttgarter hatten wie auch andere Autobauer bereits eine Zwangspause über den Jahreswechsel angekündigt. 150 000 Beschäftigte des Konzerns sollen in verlängerte Weihnachtsferien von bis zu vier Wochen geschickt werden.



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Mittwoch, 19. November 2008, 18.04 Uhr Artikel versenden Artikel drucken

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