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Volkswagen steigert Gewinn deutlich
Der Himmel über der Autobranche ist bedrohlich düster: Einzelne Konzerne - wie Volkswagen - stemmen sich aber erfolgreich gegen die Krise.
Wolfsburg. Volkswagen trotzt der Finanz- und Absatzkrise. Europas größter Autobauer hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres bei Auslieferungen, Umsatz und Gewinn zugelegt - und das deutlicher als von Analysten erwartet. Das Operative Ergebnis stieg um 15 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro. Nach Steuern übertraf Volkswagen das Vorjahresergebnis um 28,5 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. "Volkswagen hat sich in einem schwierigen Umfeld bislang gut geschlagen“, sagte Unternehmenschef Martin Winterkorn am Donnerstag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen.
Für das laufende Jahr geht der Autobauer unverändert davon aus, bei Auslieferungen, Umsatz und Operativem Ergebnis die Werte des Vorjahres zu übertreffen. "Wir bestätigen unsere Prognose für 2008, auch wenn sich die Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft und der Automobilindustrie in den vergangenen Monaten drastisch verschlechtert haben", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Der Volkswagen-Konzern profitiere in der gegenwärtigen Situation unter anderem von seiner hohen Kosten- und Investitionsdisziplin.
Weltweiter Marktanteil steigt auf über zehn Prozent
Die Umsatzerlöse kletterten im Zeitraum Januar bis September um 5,5 Prozent auf 85,4 Milliarden Euro. Die Auslieferungen steigerte der Volkswagen Konzern auf 4,8 Millionen Fahrzeuge und übertraf damit den Vorjahreswert um 3,9 Prozent. Der weltweite Pkw-Marktanteil erhöhte sich damit auf 10,1 (9,6) Prozent. Nach eigenen Angaben hat sich Volkswagen damit unter die Top drei der Branche nach Marktanteilen vorgeschoben. Den Kampf um Platz eins liefern sich seit Jahren General Motors (GM) und der Toyota-Konzern.
Die Volumenmarke Volkswagen Pkw (VW) steigerte das Operative Ergebnis um 37 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Bei Audi stieg das Operative Ergebnis auf 2,1 (1,8) Milliarden Euro. Die darin enthaltenen Werte der Marke Lamborghini entwickelten sich ebenfalls positiv, so Volkswagen. Bei der tschechischen Tochter Skoda sank das Operative Ergebnis dagegen von 526 auf 455 Millionen Euro. Eine anhaltende Ergebnisbelastung stellten laut Volkswagen die "ungünstigen Wechselkursverhältnisse der tschechischen Krone" dar.
Scania erstmals konsolidiert
Bei Volkswagen Nutzfahrzeuge führte ein um 10,5 Prozent höherer Absatz zu einem nahezu verdoppelten Operativen Ergebnis von 283 (148) Millionen Euro. Seat jedoch steigerte den Verlust von zwölf auf 30 Millionen Euro beim Operativen Ergebnis. Hier machte sich, so Volkswagen, vor allem die kritische Situation auf dem spanischen Pkw-Markt bemerkbar. Auch bei Bentley sank das Operative Ergebnis - von 107 auf 82 Millionen Euro. Volkswagens Finanzdienstleistungsbereich steuerte ein nahezu unverändertes Operatives Ergebnis von 744 Millionen Euro bei.
Erstmals wurde Scania als neunte Marke im Konzern konsolidiert. Volkswagen hatte am 22. Juli 2008 seinen Anteil der Stimmrechte an Scania auf 68,6 Prozent erhöht. Aufgrund von Investitionen in neue Fertigungsstandorte und vor allem in Modelle, die dieses und im kommenden Jahr auf den Markt kommen, stieg die Sachinvestitionsquote auf 4,9 (3,6) Prozent.
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